Der Odenwaldkreis hat’s richtig gemacht

Handelsübliche Kupferspaghetti

Handelsübliche Kupferspaghetti

Wir dagegen leider nicht.

Schon 2010 hat unser Nachbarlandkreis erkannt, dass das sogenannte Internet (eine neuartige Erscheinung der Jugendkultur, wird bald wieder vorübergehen) anscheinend für den heutigen hessischen Bürger etwas wichtiges darstellt. Das ist zwar bereits reichlich spät, aber besser spät als nie, so wie bei uns. Von 2010 bis 2012 wurde dort der Breitband-Internetzugang auf flächendeckende 50 MBit/s ausgebaut.

Das find ich zwar geil, hilft mir allerdings im Landkreis Darmstadt-Dieburg nur wenig bis eigentlich garnichts. Was haben unsere Kerle stattdessen gemacht? In derselben Zeit warscheinlich Däumchen gedreht. Inzwischen ist man in den heimischen Politikräumen wohl auch endlich auf den Trichter gekommen, dass wir auf der Datenautobahn auch etwas schneller unterwegs sein sollten als unsere derzeitigen durchschnittlichen 2 MBit/s.

Vor einigen Jahren gab es bei uns schon eine kleine Kampagne zur Unterschriftensammlung. Diese sollten schließlich der Telekom vorgelegt werden als Beleg für den Bedarf zum Netzausbau. Leider war das Ergebnis bereits vorher offensichtlich: Weder wussten die meisten Leute davon, noch kam eine annähernd nennenswerte Zahl von Unterschriften zusammen. Damit wurde das Projekt schnell unter den Tisch gekehrt, es war gescheitert.

Im Jahre des Herrn 2012 (!) wurde nun von uns das Projekt Breitbandversorgung im Landkreis Darmstadt-Dieburg auf die Beine gestellt um eine regionale moderne Hochgeschwindigkeitsbreitbandinfrastruktur zu erschaffen. Frühestens 2015 wird das ganze Ding schließlich ans Netz gehen.

Der Landkreis Darmstadt-Dieburg hat sich zum Ziel gesetzt, die Breitbandversorgung für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen entscheidend zu verbessern.

Na das wurde ja auch zeit. Man könnte natürlich argumentieren ich solle mich mit dem zufrieden geben, was ich hier hab. Na dann überlegen wir doch mal, hm?
Ich bin doch nicht derjenige, der sich darum kümmern muss, dass man in der heutigen Zeit einen vernünftigen Anschluss hat.
In Anbetracht dessen, dass Internet tatsächlich doch zum Grundbedürfnis erklärt wurde und ich auch gerne umziehen kann in eine am technischen Fortschritt interessierte Region, habt ihr eigentlich viel mehr eine Art Bringschuld. 😉

Na dann Prost, Jungs. Ihr habt es leider ordentlich versaut. Wer rastet, der rostet.
Bis dahin werde ich mich nicht mehr damit abfinden, dass Videostreams schon in 720p unzumutbar sind, ich nicht einmal ein Bild hochladen kann (ohne dass mein Internet zusammenbricht) und ich Tage brauche um über Steam ein Spiel runterzuladen, von Updates ganz zu schweigen.

Lieber Landkreis, wenn ihr das hier lest, ihr werdet in naher Zukunft einen Bürger weniger haben.
Ich hoffe das macht euch glücklich. 🙂

PS: Emma und Lotti wollen gemolken werden. Dieses Interweb ist da doch total unwichtig.

PPS: Ich möchte wetten, dass nicht die Hälfte der Leute, die täglich Breitband sagen, überhaupt wissen, was an diesem Band so breit ist…

Bookmark the permalink.

Comments are closed.